Friedenspreis Dresden posthum an Alexej Nawalny verliehen

Friedenspreis Dresden posthum an Alexej Nawalny verliehen

Die Witwe des in Strafhaft ums Leben gekommenen Widersachers von Russlands Präsident Putin, Julia Nawalnaja, nimmt den Preis stellvertretend entgegen.

Der bekannte russische Kremlkritiker Alexej Nawalny ist posthum mit dem Internationalen Friedenspreis Dresden geehrt worden. Seine Witwe Julia nahm die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung stellvertretend im Schauspielhaus der sächsischen Landeshauptstadt entgegen. Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck würdigte den vor knapp drei Monaten in Strafhaft ums Leben Gekommenen als „selbstlosen, fast übermenschlich mutigen Mann, der uns vor Augen führt, dass es auch ein anderes Russland geben kann“. Er sei „eine Ikone aller anständigen Russen“. 

Nawalny, prominenter Widersacher von Russlands Präsident Wladimir Putin, war am 16. Februar unter ungeklärten Umständen in einem sibirischen Straflager am Polarkreis gestorben. Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum als Vertreter der Auslober des Preises bezeichnete Nawalny als einen „Menschenrechtsverteidiger“, der sein Leben gegeben habe. Dieser Preis sei auch eine Ehrung für dessen Frau Julia, die seinen Kampf unterstützte und fortsetze. Es sei „ermutigend und inspirierend» zu sehen, dass sie seine Arbeit «so unbeirrt, so couragiert und selbstbewusst» fortsetze, sagte Gauck zu Julia Nawalnaja. Sie widmete die Auszeichnung denen, „die in Russland für den Frieden kämpfen und dabei alles riskieren“.